TDWI Konferenz 2017: BI-Anwendungen müssen sich rechnen

Auf der TDWI Konferenz Ende Juni 2017 in München zeigten Fery Weber, Abteilungsleiter Vertriebssteuerung Strategie & Support bei der Adolf Würth GmbH & CO. KG, und Dr. Parsis Dastani das Potenzial von Predictive Analytics im Vertrieb auf. Wir sprachen mit Marion Czymoch, Leiterin Business Intelligence & Analytics Ernsting’s Family, und Thorsten Warnecke, Manager Operational BI & Analytics INFOMOTION. Sie haben den Track „BI im Handel“ moderiert.

Predictive Analytics Blog: Frau Czymoch, Herr Warnecke, Sie haben den Track „BI im Handel“ bereits vor längerer Zeit im Rahmen der TDWI Konferenz ins Leben gerufen. Wie hat sich das Format entwickelt?

Thorsten Warnecke: Das Thema „BI im Handel“ hatten wir in diesem Jahr zum dritten Mal auf die Agenda gesetzt und wir stellen schon eine Entwicklung fest. Beim ersten Mal standen betriebswirtschaftliche Themen im Vordergrund – Beschaffung, Absatz und so weiter.

Marion Czymoch: Zwischenzeitlich haben wir eine Reihe von Ansätzen gesehen. Predictive Analytics ist nach wie vor in aller Munde. Allerdings ändern sich die Ansprüche an die konkreten Anwendungen.

Predictive Analytics Blog: Gemeinsam mit Adolf Würth haben wir eine solche Anwendung in München präsentiert.

Thorsten Warnecke: Das war ein griffiger Beitrag. Die Vorgehensweise, das Clustern von Daten und der Einsatz von Web-Crawlern ist sicher nicht neu. Zwar richtet sich die TDWI Konferenz an BI-Spezialisten. Die haben allerdings die Anwender im Blick. Wie Predictive Analytics in der Praxis aussehen kann, hat das Würth-Beispiel schön gezeigt: Prediction für den Außendienst. Wie bei anderen Prognoseanwendungen auch steckt dahinter sehr viel Daten- und Analyseintelligenz. Davon bekommt der Vertriebsmitarbeiter nichts mit. Er erhält die Informationen, die er benötigt, um erfolgreich zu beraten und zu verkaufen. Er muss keinen Mathe-Leistungskurs absolviert haben, um mit der App zu arbeiten.

Marion Czymoch: Die Anwendung trifft aktuelle Erwartungen, weil sie den „Mobile first“-Trend bedient. Auch bei einem Filialisten wie Ernsting’s spielen Apps für Smartphones und Tablets im Vertrieb eine Rolle. Verkaufs- oder Gebietsleiter etwa setzen sie ein, um mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort über das Sortiment zu sprechen.

Predictive Analytics Blog: Der Einsatzbereich von BI- und Predictive-Analytics-Anwendungen ist also mit den Jahren breiter geworden?

Marion Czymoch: Ja, das ist richtig. Gerade, was eher neuere Ansätze wie Predictive Analytics angeht, haben wir die Phase der ersten Gehversuche längst hinter uns. Die BI-Spezialisten aus den Unternehmen bewegen sich mittlerweile alle trittfest auf dem Terrain. Die Softwareentwicklung schreitet voran und wer heute im Unternehmen eine neue Anwendung implementieren will, findet viel bessere technische Voraussetzungen vor. Da Handelsunternehmen in der Regel mit ihren Margen zu knapsen haben, bewegen wir uns insgesamt in einem besonders kritischen Umfeld. Es geht darum, KPIs zu optimieren. Das Controlling ist immer involviert.

Predictive Analytics Blog: Welches Resümee ziehen Sie, nachdem Sie die TDWI Konferenz nun einige Tage haben sacken lassen?

Thorsten Warnecke: Die Qualität der Vorträge ist noch einmal gestiegen und in den Session wurde auf hohem Niveau diskutiert. Gerade im Handel ist zu spüren, dass die BI-Spezialisten in allen Bereichen nach Möglichkeiten suchen, die Prozesse in allen Bereichen noch besser zu machen – Kundenreklamationen, Vertrieb, Serviceprozesse… Mit durchschnittlich rund 50 Besuchern waren die Vorträge gut besucht. Besonders gefreut hat uns, dass auch Vertreter marktführender Lebensmittel- und Konsumgüterhändler den Track „BI im Handel“ besucht haben.